Raspberry Pi als D-STAR-Hotspot

Mich hat es wieder einmal gereizt, unnötiges Geld auszugeben, hi. Diesmal ist für knappe 100 Euro das DVMEGA RPI Radio-Modul gekauft worden. Das Modul hat mich bereits erreicht heute, ich muss es nur noch im Raspberry Pi einbauen.

Das passende OS-Image für den Raspberry habe ich von der Maryland-D-Star-Seite heruntergeladen und entsprechend der dortigen Anleitung installiert und konfiguriert, so dass eigentlich heute Abend, wenn ich das Radio-Modul eingebaut habe, der Betrieb an sich losgehen kann. Die Downloadzeiten und die Zeit für das reine Schreiben des Images (8 GB groß) auf die SD-Karte nicht mitgerechnet, war es wohl ein Zeitaufwand von ca. 10-15 Minuten, bis alles konfiguriert war. Ich spare mir jetzt hier eine Anleitung, wie das alles verlief, ich finde, die Doku auf der Website (als PDF mit bissel mehr als 20 Seiten) ist ausführlich und genau genug, dass man, wenn man eine Maus bedienen kann und die englische Sprache beherrscht, das auch hinbekommt.

Ich bin jetzt echt nur mal gespannt, wie sich der Hotspot-Betrieb so anfühlt. Aktuell nutze ich ja DB0IKS zum Einstieg ins D-Star-Netz, was aber aufgrund der einigermaßen ungünstigen HF-Situation sehr grenzwertig verläuft, was meine Aussendungen angeht. Es klappt zwar, aber je nach Witterung bin ich teilweise unterhalb dessen, was an notwendiger Stabilität zu liefern ist, um eine Verbindung zum Repeater zu halten. Das ist jetzt Geschichte mit dem Hotspot.

Sobald hier mehr Erfahrungen vorliegen, werde ich mich natürlich noch einmal melden.

DAB(+) mit meinem Android-Tablet

Heute Abend habe ich mir mal etwas gegönnt – eine Android-App für knappe 10 Euro, mit der ich FM-Radio und DAB(+), sowie DRM+ (was es bei uns ja nicht gibt) empfangen kann. Die App nennt sich Wavesink Plus und ist für 9,98 € zu bekommen.

Vom GUI her sieht die APP noch nicht ganz so dolle aus – macht einen sehr technischen Eindruck, wie ihr im Screenshot hier sehen könnt:

Screenshot Wavesink Plus
Screenshot Wavesink Plus
Empfangs-Setup
Empfangs-Setup

Wenn man sich den Screenshot mal etwas genauer anschaut, sieht man die beachtliche Signalstärke des DAB-Kanal 5C, den ich mit meiner Indoor-Empfangseinrichtung, einem Ezcap-USB-DVB-T/DAB-Stick mit dessen mitgelieferter Mini-Antenne auf unserer Bürolampe abgestellt (siehe Bild rechts) erhalte. Ein Signal-Rausch-Abstand von 30,9 dB ist schon mal nix Schlechtes! Der Empfang aller Sender des Deutschland-Muxes ist also ohne Aussetzer oder irgendwelcher Probleme möglich. Mit dem Saarland-Mux auf Kanal 9A habe ich jedoch weniger Erfolg gehabt. Dafür war die Antenne vermutlich dann doch zu klein.

Da ich noch 2 weitere DAB+-Radios im Haus habe, weiß ich aber, dass grundsätzlich mit einer Teleskop-Antenne ein ausreichend gutes Signal am Empfänger ankommen sollte.

Die Lösung mit dem Ezcap-USB-Stick (übrigens mit einem Realtek 2832-Chipsatz drin, also grundsätzlich auch als SDR-Stick am PC nutzbar) ist sowieso eher für den Portabel-Einsatz gedacht. Also wenn ich z.B. mal auf dem Fieldday-Gelände bin oder dienstlich unterwegs (Dienstreisen sind ja ab und zu mal bei mir angesagt).

Das Empfangs-Setup sieht übrigens folgendermaßen aus, dass ich als Tablet ein Motorola Xoom verwende, an welchem über ein OTG-Kabel der USB-Stick angeschlossen ist und ohne weiteren Verstärker oder dergleichen die Magnetfuß-Antenne am Stick. Das Audiosignal des Tablet geht wiederum auf meine Kopfhörer, um den perfekten Stereo-Sound genießen zu können und unseren Nachwuchs im Nachbarzimmer zur späteren Nachtstunde nicht zu wecken.

Zur Handhabung der App an sich will ich sagen, dass diese grundsätzlich nutzbar ist, wenn auch sicherlich für DAB(+) hier noch die Sonderservices wie Journaline und dergleichen interessant wären. Das sollte sich denke ich noch in die App integrieren lassen.

Im normalen FM-Radiobetrieb bringt die App den RDS-Radiotext mit raus und zeigt sogar die Alternativ-Frequenzen der Sender an. Also alles in Allem funktioniert die App gut. Optisch schön ist aber sicherlich anders.

Bandscan im UKW-Radiobereich

Ich habe mir die Tage mal die Mühe gemacht, mit meinem DVB-T Stick (ich stellte ihn hier ja schon vor) einen manuellen Bandscan im Radiobereich auf UKW zu machen. In der hier anhängenden PDF-Datei sind die Sender aufgeführt, die ich empfangen konnte. In der Tabelle sind einige Sender und Standorte mit einem ? hinter der Bezeichnung geführt. Hierbei handelt es sich lediglich um Vermutungen aufgrund weiterer Recherche, welcher Sender und Standort es denn sein könnte. In der Regel wird dies auch zutreffen, jedoch ist eine Unsicherheit gegeben.

Hier die PDF-Datei: Bandscan UKW – Stand 15.06.2012

Ein DVB-T-USB-Stick als SDR-Empfänger

 

Vor wenigen Tagen kam per Post aus China mein EzTV-668 USB-DVB-T-Stick mit RTL2832U und E4000-Chipbestückung an. Dieser eigentlich für den Empfang von digitalem TV und DAB(+) ausgelegte USB-Stick kann mit ein wenig Zusatzsoftware als SDR-Empfänger für den Bereich zwischen ca 60 und 900 MHz genutzt werden. Alles, was man dazu benötigt, ist eben der oben genannte Stick und ein wenig Software, welche man unter http://wiki.spench.net/wiki/USRP_Interfaces herunterladen kann. Die Software (eigentlich ist es nur ein Treiber, der den Stick als LibUSB0 bzw. LibUSB1-Gerät dem Betriebssystem verkauft und nebenbei noch eine ExtIO_USRP.dll zur Nutzung im HDSDR bereitstellt) bietet während der Installation die Möglichkeit, die aktuellste Version von HDSDR aus dem Internet herunterzuladen. Hat man bereits eine Installation von HDSDR auf dem Rechner, kann man sich diesen Schritt eigentlich sparen.

HDSDR mit EzTV 668 DVB-T/FM/DAB USB dongle im 2m-Band
HDSDR mit EzTV 668 DVB-T/FM/DAB USB dongle im 2m-Band

Die Empfangsleistungen des EzTV 668 DVB-T/FM/DAB USB dongle sind nicht sonderlich gut, da die Empfindlichkeit nicht so besonders groß ist, aber für einen Empfänger unter 20 Euro darf man hier wohl auch nicht zu viel verlangen.

Wer noch mehr Mut zum Experiment hat, kann auch eine vollkommen neue Software ausprobieren: SDR# (gesprochen: SDR Sharp) – zu finden unter http://sdrsharp.com/.

Ich habe diese Software in der momentan aktuellen Nightly-Version 1.0.0.351 installiert.

SDRSharp: Radioband
SDRSharp: Empfang im Rundfunkband

Über das Programm SDR# kann ich noch nicht allzu viel sagen, da ich es erst seit heute kenne. Hier wird sicherlich in den nächsten Tagen/Wochen noch einiges an Informationen zu finden sein. Bis dahin sollte man sich auf jeden Fall die Homepage des Projektes unter http://sdrsharp.com/ anschauen.

PappradioSDR – ein Open-Source SDR-Programm

Nutzer des HCJB-Pappradio sollten jetzt einmal genauer hinschauen, denn es gibt hier neue Entwicklungen: Es gibt nun ein speziell für das Pappradio entwickeltes SDR-Programm, das PappradioSDR. Entstanden ist dies aus der Idee heraus, ein Steuerungsmodul für das Pappradio unter Linux zu entwickeln. Stefan Fendt, der Entwickler dieser Bibliothek, hat dann relativ schnell erkannt, dass es um die Bibliothek herum auch ein Programm benötigt, welches diese nutzt.

Mittlerweile (nach nur 1/2 Jahr Entwicklungszeit als Hobbyprojekt) ist daraus ein sehr brauchbares Programm geworden, welches unter Linux wie unter Windows einsetzbar ist.

Wer es selbst kompilieren möchte, der kann sich unter http://code.google.com/p/pappsdr/source/checkout den Quellcode des Programms und unter http://code.google.com/p/libpappradio/source/checkout den Quellcode der Bibliothek selbst besorgen. Wer einfach nur mal das Progamm unter Windows testen möchte und hier einen relativ aktuellen Build installieren möchte, der findet unter http://code.google.com/p/pappsdr/downloads/list zum einen einen Installer, der das Programm unter Windows installiert, aber auch eine ZIP-Datei, die alle notwendigen Dateien enthält und welche man einfach in ein beliebiges Verzeichnis entpackt und dann die EXE-Datei startet.

Auch gibt es ein Handbuch, welches zwar noch nicht komplett ist, aber dennoch die wichtigsten Dinge enthält.

Man sollte sich die Sache als Besitzer des Pappradio einfach mal anschauen und die weiteren Entwicklungen beobachten 🙂

Vergleich: HCJB-Pappradio vs. Yaesu FT-857D

Jetzt ist es so weit: Der mehr oder weniger ultimative und vollkommen subjektive Vergleich zwischen zwei Geräten der unteren Preisklasse. In der blauen Ecke: Das HCJB-Pappradio mit einem Preis von ca. 80 Euro und einem Gewicht von etwas mehr als einer Tafel Schokolade, welches die moderne Form des Empfängers vertreten soll, nämlich das „Software Defined Radio“. Und in der roten Ecke: Der Yaesu FT-857D Amateurfunk-Transceiver mit einem Preis von ca. 650 Euro und einem Gewicht von 2 Tüten Milch, der die traditionelle analoge Welt vertritt.

Beide waren über einen Antennen-Splitter an die gleiche Antenne angeschlossen, einem 22m langem Draht unter dem Dach, welcher über einen Balun in der Impedanz angepasst wurde.

Das Pappradio wurde mit HDSDR 2.11 gesteuert, wobei hier in den jeweiligen Empfangssituationen lediglich die gleiche Modulationsart und annähernd gleiche Filterdurchlasskurve eingestellt wurde, wie beim FT-857D. Es wurden bei beiden Geräten keinerlei Filter (Notch oder sonstige verbessernde Maßnahmen) eingeschaltet, es sei denn, dies wird im weiteren Verlaufe des Tests genannt.

Getestet wurden diverse Bänder, verschieden starke Signale und verschiedene Modulationsarten, um hier einen breiten Signalvergleich zwischen den beiden Geräten anstellen zu können.

Aufgezeichnet wurde zum einen mittels der NF-Aufzeichnungsfunktion im HDSDR bzw. mit Audacity über den Line-In-Eingang des Rechners der Daten-Ausgang des FT-857D über ein galvanisches Trennglied. Die jeweils aufgezeichneten Audiofiles (Mono-Aufnahmen) wurden mit Audacity auf -3 dB normalisiert, sonst wurden keinerlei Veränderungen vorgenommen.

Der erste Test war ein CQ-Ruf von F5POJ, welcher auf dem 15m-Band aufgenommen wurde. Das Signal war relativ schwach aufzunehmen (mit S1) und zeigt hier die Qualitäten der einzelnen Empfänger bei Signalen „an der Grasnarbe“. Beide Empfänger waren in der Betriebsart „CW“ eingestellt, wobei beide jeweils mit einem 300 Hz Filter konfiguriert waren (beim FT-857D war dies ein nachgerüsteter Quarz-Filter, beim Pappradio entsprechend im HDSDR die eingestellte Durchlasskurve).

FT-857D:

F5POJ_FT857D_20120203_164006Z_21011kHz

Pappradio:

F5POJ_HDSDR_20120203_164006Z_21011kHz_AF

Man erkennt, dass beide sehr mit dem Signal zu kämpfen haben, wobei ich finde, das Rufzeichen über den FT-857D etwas deutlicher hören zu können. Ähnlich ist es bei der nachfolgenden Aufnahme, bei der zugegeben wenig Signal und viel Rauschen zu hören ist, als HK0NA auf 28024 kHz zurückfragte, welche ON3-Station anrief. Hier könnte man jedoch dazu neigen, dem Pappradio einen besseren Empfang zuzusprechen:

FT-857D:

HK0NA_FT857D_20120203_173020Z_28024kHz

Pappradio:

HK0NA_HDSDR_20120203_173020Z_28024kHz_AF

Die Unterschiede sind wirklich fein, im Grunde eine Geschmackssache.

Kommen wir doch einfach mal zu etwas stärkeren Signalen – diesmal in SSB mit 2,7 kHz Filterbandbreite. Es ruft CQ 80m DD1JD:

FT-857D:

DD1JD_FT857D_20120203_223206Z_3753kHz

Pappradio:

DD1JD_HDSDR_20120203_223206Z_3753kHz_AF

Bei beiden Empfängern handelte es sich hier um ein 59-Signal und bei beiden Empfängern kann man eigentlich nicht meckern. Das Pappradio klingt ein wenig voller (weil hier die Filterkurve nicht ganz exakt so lag wie beim FT-857D), was aber kein Nachteil ist. Aber auch der FT-857D liefert ein gut verständliches Signal ab.

Wenden wir uns nun einmal dem AM-Rundfunk zu. Hier hatte ich einen Ausschnitt aus dem englischsprachigen Programm von KBS World aufgezeichnet, wobei ich beim Pappradio das komplette Signal in seiner Bandbreite von 10 kHz (also 5 kHz NF-Bandbreite) durch den Filter lies, der FT-857D brachte hier leider wegen seines fest eingebauten AM-Filters leider nur 6 kHz (also 3 kHz NF) mit, aber hören wir uns die beiden Ergebnisse einfach mal an:

FT-857D:

KBS_FT857D_20120203_222056_3955kHz

Pappradio:

KBS_HDSDR_20120203_222056Z_3955kHz_AF

Beide Signale waren mit S9+20 dB mittelstarke Vertreter der Radiobranche und bis auf die NF-Bandbreite, die beim Pappradio zu einem wesentlich ausgewogenerem Signal führt, kann man keinerlei Unterschiede in den Empfängern feststellen. Beide haben hier und da mit einbrechenden Signalen zu kämpfen (bedingt durch Fading), beide liefern aber einen sauberen und hörenswerten Empfang ab.

Ganz ähnlich sieht es mit einem Lokalsender auf der Mittelwelle aus. Auf 1422 kHz strahlt der Sender Heusweiler, welcher gerade mal ca 14km Luftlinie von mir entfernt angesiedelt ist, das Programm des Deutschlandfunks aus. Hier ein Mitschnitt der Presseschau:

FT-857D:

DLF_FT857D_20120203_225347Z_1422kHz

Pappradio:

DLF_HDSDR_20120203_225347Z_1422kHz_AF

Auch bei diesen beiden Mitschnitten ist, bis auf die merklich geringere Audiobandbreite beim FT-857D, kein Unterschied zu spüren. Beide Empfänger waren übrigens mit S9+50 dB sehr lautstark vertreten.

Fazit:

Was bleibt mir zum Schluss zu sagen? Nun: Beide Empfänger haben sicherlich ihre Schwächen und Stärken und sind für ihr Preissegment, der Unterklasse, dennoch recht brauchbare Empfänger. Bei schwachen Signalen in CW hat man jedoch mit dem Pappradio, dank einiger Schmankerl, die noch im HDSDR schlummern, die besseren Karten, da man, was hier jetzt nicht gezeigt wurde, doch noch ein wenig mehr aus dem Rauschen hervorzaubern kann, als mit dem FT-857D.

Vielleicht konnte ich mit diesem Test die Skeptiker solcher Billig-SDRs von deren Leistungsfähigkeit ein wenig überzeugen oder ihnen zumindest zeigen, dass das Pappradio mindestens mal mit einem günstigen Allmode-TRX mithalten kann.