DAB-Player für Windows 7 (und später)

Unter Funkamateuren sind die DVB-T-Sticks mit Realtek-Chipsatz mittlerweile ja recht gut verbreitet. Jetzt ist es auf Dauer sicherlich auch mal ganz interessant, diese Sticks nicht nur als SDR zu nutzen (z.B. mit SDR# oder HDSDR) sondern vielleicht auch mal „ernsthaft“ als DAB(+)-Empfänger! Das geht mit diesen Sticks nämlich auch einwandfrei.

Das Einzige, was man dazu benötigt, ist ein Stück Software, welches derzeit aktuell kostenlos im Internet zu finden gibt. Am einfachsten und zuverlässigsten unter folgender URL: http://ukwtv.de/cms/downloads-aside/281-dab-player-von-andreas-gsinn.html.

Ich selbst nutze dieses Programm seit mehreren Monaten, um im Büro am PC DAB-Sender zu lauschen. Bisher kann ich mich über die Funktionsweise und Empfangsqualität nicht beschweren.

Schön sind solche „Nebensachen“ wie die Journaline-Darstellung, Slideshow-Anzeige und die Ausgabe verschiedener technischer Informationen zum aktuellen Stream – was sicherlich den technisch interessierten Zuhörern ganz gut gefallen dürfte, mal etwas mehr über die Sender zu erfahren, als man so aus dem schnöden Display lesen kann.

Schaut es euch einfach mal an!

 

DAB(+) mit meinem Android-Tablet

Heute Abend habe ich mir mal etwas gegönnt – eine Android-App für knappe 10 Euro, mit der ich FM-Radio und DAB(+), sowie DRM+ (was es bei uns ja nicht gibt) empfangen kann. Die App nennt sich Wavesink Plus und ist für 9,98 € zu bekommen.

Vom GUI her sieht die APP noch nicht ganz so dolle aus – macht einen sehr technischen Eindruck, wie ihr im Screenshot hier sehen könnt:

Screenshot Wavesink Plus
Screenshot Wavesink Plus
Empfangs-Setup
Empfangs-Setup

Wenn man sich den Screenshot mal etwas genauer anschaut, sieht man die beachtliche Signalstärke des DAB-Kanal 5C, den ich mit meiner Indoor-Empfangseinrichtung, einem Ezcap-USB-DVB-T/DAB-Stick mit dessen mitgelieferter Mini-Antenne auf unserer Bürolampe abgestellt (siehe Bild rechts) erhalte. Ein Signal-Rausch-Abstand von 30,9 dB ist schon mal nix Schlechtes! Der Empfang aller Sender des Deutschland-Muxes ist also ohne Aussetzer oder irgendwelcher Probleme möglich. Mit dem Saarland-Mux auf Kanal 9A habe ich jedoch weniger Erfolg gehabt. Dafür war die Antenne vermutlich dann doch zu klein.

Da ich noch 2 weitere DAB+-Radios im Haus habe, weiß ich aber, dass grundsätzlich mit einer Teleskop-Antenne ein ausreichend gutes Signal am Empfänger ankommen sollte.

Die Lösung mit dem Ezcap-USB-Stick (übrigens mit einem Realtek 2832-Chipsatz drin, also grundsätzlich auch als SDR-Stick am PC nutzbar) ist sowieso eher für den Portabel-Einsatz gedacht. Also wenn ich z.B. mal auf dem Fieldday-Gelände bin oder dienstlich unterwegs (Dienstreisen sind ja ab und zu mal bei mir angesagt).

Das Empfangs-Setup sieht übrigens folgendermaßen aus, dass ich als Tablet ein Motorola Xoom verwende, an welchem über ein OTG-Kabel der USB-Stick angeschlossen ist und ohne weiteren Verstärker oder dergleichen die Magnetfuß-Antenne am Stick. Das Audiosignal des Tablet geht wiederum auf meine Kopfhörer, um den perfekten Stereo-Sound genießen zu können und unseren Nachwuchs im Nachbarzimmer zur späteren Nachtstunde nicht zu wecken.

Zur Handhabung der App an sich will ich sagen, dass diese grundsätzlich nutzbar ist, wenn auch sicherlich für DAB(+) hier noch die Sonderservices wie Journaline und dergleichen interessant wären. Das sollte sich denke ich noch in die App integrieren lassen.

Im normalen FM-Radiobetrieb bringt die App den RDS-Radiotext mit raus und zeigt sogar die Alternativ-Frequenzen der Sender an. Also alles in Allem funktioniert die App gut. Optisch schön ist aber sicherlich anders.

Die neue Welt des Rundfunks nun auch bei mir

Seit 1.8. diesen Jahres (also noch taufrisch) ist er „on Air“ – der digitale Rundfunk im DAB+-Standard. Seit 2.8. hat sich diese neue Technik auch bei mir zu Hause eingefunden – seit diesem Tag bin ich im Besitz eines Albrecht DR315 Internet/DAB/DAB+/UKW-Radios.

An dieser Stelle will ich nun meine ersten Erfahrungen mit dem Gerät selbst und dem neuen Übertragungsstandard mitteilen.

Zunächst einmal ein paar Rahmeninformationen: Ich wohne im Saarland, wie man ja weiß. Jetzt ist es sicherlich interessant zu wissen, welche Sender hier überhaupt per DAB/DAB+ empfangbar sind. Einen Überblick hierüber erhält man unter nachfolgendem Link: http://www.ukwtv.de/sender-tabelle/DAB/Deutschland/Saarland.htm.

Doch zurück zum Albrecht DR315:

Das Gerät selbst überzeugt zunächst rein optisch durch sein retro-angehauchtes Design und seinen sehr klaren Aufbau. Die Anordnung der Bedienelemente ist logisch und man kann das Gerät eigentlich recht intuitiv bedienen. Es gibt sogar eine IR-Fernbedienung, die es ermöglicht, das Radio zu nutzen, ohne wirklich den Sessel verlassen zu müssen.

Die erste Inbetriebnahme:

Wenn man das Gerät das erste Mal einschaltet beginnt ein assistentengestützes Installationsprozedere, bei dem zunächst ein Scan über den DAB/DAB+-Frequenzbereich durchgeführt wird und hier die Sender eingefangen werden, die empfangbar sind. Anschließend möchte das Gerät ans Internet angebunden werden. Da ich lokal ein geschütztes WLAN nutze, wählte ich hier den eleganten Weg, das Radio auch per WLAN zu betreiben. Entgegen vieler Foreneinträge empfand ich das Prozedere weniger verwirrend und unlogisch. Entweder hat man hier in der Firmware mächtige Veränderungen vorgenommen (was ich nicht glaube) oder es ist einfach so, dass ich als Funkamateur technisch im Vorteil bin. Wie auch immer.

Das Radio sucht also bei der Einbindung zunächst die zur Verfügung stehenden WLAN-Router ab, präsentiert diese in einer Liste, aus der man sich den gewünschten Router (seinen eigenen logischerweise) heraussuchen kann (durch drehen des Tune-Knopfes selektieren und mit Druck auf selbigen Knopf das WLAN auswählen). Im Anschluss wird man nach dem WLAN-Passwort gefragt. Hier ist die Eingabe des Passwortes ähnlich einfach (wenn auch ein wenig aufwändig): Man dreht am Tune-Knopf, um den passenden Buchstaben oder die passende Ziffer zu selektieren und übernimmt durch Druck auf den Tune-Knopf das ausgewählte Zeichen in das Passwort. Mit der Auswahl von „ok“ bestätigt man das Passwort und das Radio übernimmt die Einstellungen und bucht sich im Netz ein.

Tatsächlich werden Netzwerkaktivitäten nur vorgenommen, wenn entweder ein Firmware-Update angestoßen wird oder eben die Internet-Radio-Funktion (oder der integrierte Medienplayer) gestartet wird. Im „normalen“ DAB-Modus ist das WLAN quasi deaktiv.

Empfangsqualität:

Was die Fähigkeiten des Empfängers angeht, kann ich jetzt aufgrund der Versorgungssituation auf meiner Seite nur sagen, dass ich alle DAB/DAB+-Sender in bester Signalstärke empfange, wenn die Antenne komplett ausgezogen ist. Im Grunde kann man die Antenne an meinem Standort auch weitgehend einfahren und senkrecht aufrichten – die Empfangsstärke vermindert sich hier nur um 1-2 Punkte (was zu keinen Veränderungen des Empfangs führt). Sieht aber optisch finde ich „doof“ aus. Teleskopantennen gehören optisch einfach komplett ausgezogen 🙂

Was den UKW-Empfang angeht, ist der Empfänger nicht wirklich der Hit, braucht er aber auch nicht, da die Sender, die ich im UKW hören würde, ebenfalls per DAB/DAB+ ausgestrahlt werden bzw. auch per Internet-Radio empfangbar wären. Der Empfang von Internet-Radiosendern ist ebenfalls problemlos möglich, wenn auch hier seltsamerweise in den Lautsprechern in den Sprechpausen ein Knacken hörbar ist (über Kopfhörer wiederum nicht). Mich störts jetzt nicht, weil bei Musikprogrammen das Knacken nicht hörbar ist und ich Sprach-Sender überwiegend gerne auch mit Kopfhörer genieße.

Klang:

Die Wiedergabequalität über die beiden eingebauten, nach oben abstrahlenden 5 W-Lautsprecher kann man als gut bezeichnen. Klar ist, dass über zwei direkt nebeneinander liegende Lautsprecher kein rechtes Stereo-Feeling entstehen mag, aber der Klang selbst ist an sich gut. Auch das Klangbild an sich würde ich mit „rund und ausgewogen“ umschreiben wollen (immer in Relation zur Lautsprechergröße betrachtet). Betreibt man einen Kopfhörer (in meinem Fall einer der 20/30-Euro-Preisklasse) am Radio, kann man hier wirklichen Stereo-Genuss erhalten und merkt auch ganz deutlich, dass das Radio an sich mehr kann, als die Lautsprecher von sich geben wollen.

Fazit:

Für ca. 150 Euro erhält man mit dem Albrecht DR315 ein breit gefächertes Radiogerät, was man ohne zu Lügen als „Allrounder“ bezeichnen kann, der zukunftssicher einen Radiogenuss über die Abschaltung des UKW-Analog-Rundfunks hinaus sicherstellen dürfte. Internet-Radios werden in den Formaten MP3, WMA und Realaudio unterstützt – was wohl ebenfalls eine große Breite an möglichen Sendern bereithält.