Erste Sporadic-Es-QSOs für dieses Jahr

6m – das sogenannte „Magic Band“ – war heute nachmittag bis in die späteren Abendstunden mit Sporadic-Es gesegnet. Mir sind dort und auf 28 MHz einige QSOs gelungen.

Neben einer Verbindung „um die Ecke“ (eine Distanz von ca 30 km Luftlinie) sind zwei Verbindungen nach Lettland, eine nach Schottland, eine nach Süd-Frankreich (28 MHz) und eine nach Spanien ins Log gekommen. Es hat sich für mich also durchaus gelohnt.

Amateurfunk und Internet

Dass Amateurfunk und Internet im Laufe der vergangenen Jahre immer mehr miteinander verknüpft wurden und dies auch immer weiter werden, zeigen solche Entwicklungen wie zum Beispiel Echolink oder DX-Cluster im Internet, die per Telnet oder ähnlichen Protokollen angesprochen werden, um sie z.B. direkt in die verschiedensten Log-Programme einzubinden.

Das Internet ist, seit die Internet-Zugänge für jedermann erschwinglich und verfügbar sind, aus dem Amateurfunk kaum wegzudenken. Vorbei sind wohl die Zeiten, in denen über eine Packet-Radio-Strecke die DX-Clustermeldungen auf den heimischen Rechner und somit zum Operator am Funkgerät kamen. Manchmal schaut man noch mit wehmütigen Augen auf die vergangenen Tage zurück.

Heutzutage ist es längst Alltag, via Internet beispielsweise einen Transceiver fernzusteuern, weil auf diese Art die Möglichkeit besteht, die Antennenanlage außerhalb der Stadt aufzubauen und zu nutzen. Früher war sowas technisch zwar denkbar, jedoch ohne unverhältnismäßig hohem Aufwand nicht realisierbar. Heute genügt bereits ein kleiner internetfähiger PC, ein Transceiver mit CAT-Schnittstelle und die passende Software, um z.B. von zuhause aus Funkkontakte via Internet gesteuert herzustellen.

Inwiefern dies alles noch Amateurfunk ist, kann man dahingestellt lassen – erlaubt, ist, was machbar ist (im Rahmen gesetzlicher Vorgaben, versteht sich).

Echolink – ja oder nein

Ein nicht ganz streitfreies Thema stellt die Betriebsart „Echolink“ dar. Hier gibt es Befürworter und Gegner, die sogar die Meinung vertreten, Echolink sei kein Amateurfunk mehr. Doch was genau ist Echolink eigentlich?

Echolink, oder „iLink“ wie es zu seiner Entstehungszeit hieß, ist die Bezeichnung für das Programm und das dahinterstehende Netz von Repeatern und Link-Stationen, die über das Internet miteinander vernetzt sind und es auf diesem Wege ermöglichen, Funkverbindungen durch das Internet hindurch zu tunneln. Im Grunde funktioniert dies so:

Wir nehmen an, wir hätten zwei Relais-Funkstellen, die relativ weit voneinander entfernt sind – sagen wir mal auf zwei verschiedenen Kontinenten. Diese beiden Funkstellen sind auf dem Audio-Weg mit einem Rechner verbunden, der wiederum eine (breitbandige) Internet-Verbindung besitzt. Die Rechner ihrerseits sind nun via Internet miteinander verbunden, so dass sie die Audiosignale der jeweiligen Gegenstelle lokal wiedergeben können, vergleichbar wie beim Telefon.

Auf der Funkseite jeder Relaisfunkstelle haben wir nun Funkamateure mit entsprechend ausgerüsteten Funkgeräten, die einen DTMF-Tongeber besitzen. Dieser ist notwendig, um die Relaisfunkstelle mit ihren erweiterten Funktionen fernzusteuern.

Jetzt ist es diesen beiden Funkamateuren möglich, durch einen Interconnect der Relais untereinander eine Funkverbindung miteinander aufzunehmen, ohne nun eine Kurwellen-Anlage oder große Antennenanlage aufbauen zu müssen, da der Löwenanteil der Distanz ja über das Internet abgewickelt wird.

Doch genau die Tatsache, dass die Verbindungen über das Internet laufen, ruft die Stimmen herbei, die diese „Betriebsart“ verteufeln. Hier wird behauptet, Echolink sei kein Amateurfunk, da es ja auch keine Funkverbindung mehr wäre, die die Verbindung zwischen den beiden Funkamateuren herstellt, sondern eben eine Internet-Verbindung.

Meine Meinung zu dem Thema ist jedoch eine recht neutrale:

Soll doch jeder, der Echolink nutzen möchte, dies tun – man selbst wird ja nicht gezwungen, dies auch zu tun, es gibt schließlich genug andere „Spielarten“, bei denen man sich selbst verwirklichen und austoben kann.

Ist CW tot?

Morsetelegraphie (CW) – eine der ältesten Arten, per Funk miteinander in Kontakt zu treten. Zeitgleich ist CW die technisch einfachste Art, Informationen auszutauschen: Ein Sender wird entsprechend der vorgegebenen Codierung eines Zeichens ein- bzw. ausgeschaltet. Der Code, mit dem die Zeichen des Alphabets und die Zahlen, sowie auch die Satzzeichen und Sonderzeichen, in elektrische Signale und schlussendlich in elektromagnetische Wellen umgesetzt werden, wurde in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelt. Er entstand aus dem Code, den Samuel Morse für seinen damaligen elektromagnetischen Schreibtelegraphen entwickelte.

Aber auch heute noch finden die Morse-Zeichen, das rhythmische Gepiepse, dass so manchen Zuhörer in Erstaunen versetzt, seine Liebhaber. Auch nach der Abschaffung der Pflicht-CW-Prüfung zur Erlangung der Kurzwellen-Lizenz im Amateurfunk-Dienst ist die Beliebtheit dieser Betriebsart gestiegen – viele, die zum Beispiel standortbedingt keine großen Antennenanlagen aufbauen können oder dürfen, setzen auf die doch sehr weit hörbaren Morsezeichen, die noch dann zu hören sind, wenn die Bedingungen für eine Sprechfunk-Verbindung viel zu kritisch sind.

CW ist also nicht im Sterben begriffen, sondern erlebt im Gegenteil eine neue Renaissance im Amateurfunkdienst.

Warum Contesting?

Immer wieder komme ich in Gesprächen mit anderen Funkamateuren auf das Thema „Contesting“ und muss auf die Frage antworten, was mich daran so fasziniert. Zunächst möchte ich kurz feststellen: Ich bin keineswegs einer dieser Hardcore-Contester, die nahezu jedes Wochenende irgendeinen Contest mitmachen. Für mich gibt es im Jahr ca. sechs Termine, die ich nach Möglichkeit zusammen mit meinem Ortsverband im Contest verbringe. Das wären

  • CQ160 CW-Contest im Januar
  • CQ160 SSB-Contest im Februar
  • IARU Region 1-Fieldday-Contest (CW) im Juni
  • IARU Region 1-Fieldday-Contest (SSB) im September
  • CQWW-SSB-Contest im Oktober und
  • CQWW-CW-Contest im November

Diese sechs Conteste arbeiten wir in der Regel unter zwei Rufzeichen: DL0IT/p (für die Fieldday-Conteste) und DA3A (für die CQ-Conteste).

Was mich am Contesting fasziniert, ist die Tatsache, dass man hier ganz intensiv die Ausbreitungsbedingungen am eigenen Leibe erleben kann. Man ist auf verschiedenen Kurzwellenbändern unterwegs, hat Kontakte in alle Welt und kann hierbei feststellen, wie die Signale sich im Laufe der Zeit auf den verschiedenen Frequenzbändern verändern.

Natürlich spielt auch der massive Technikeinsatz bei den CQ-Contesten eine Rolle – hier sind wir in den vergangenen Jahren immer wieder in der Multi-1-Klasse gestartet, was bedeutet, dass wir eine Running-Station, die auf einem Band CQ-Rufe absetzte und auf Verbindungen wartete, und eine Multiplier-Station im Rennen hatten, wobei die Multi-Station entsprechend den Regularien der Conteste nur die Multiplikatorpunkte auf den anderen Bändern einsammelte.

Um erfolgreich einen Contest zu überstehen (und natürlich eine möglichst gute Positionierung des Endergebnisses zu erhalten) bedarf es hier natürlich auch einer entsprechend guten Vorbereitung. So sind wir in den Sommermonaten stetig damit beschäftigt, die Antennenanlagen für den Herbst zu richten, zu verbessern oder zu erneuern. Wenn dann „der große Tag“ gekommen ist, sind alle damit beschäftigt, einen möglichst gut verteilten Schichtplan unter den Operatorn auszuhandeln. Hier gilt es, jedem Operator nach seinen Fähigkeiten und natürlich nach seinen eigenen Einschätzungen bestmöglichst zu verplanen, an der Running- wie auch an der Multiplier-Station.

Die Auswertung des Contestes läuft nach dem altbekannten Motto: „Nach dem Contest ist vor dem Contest“ – eine vernünftig geführte „Manöverkritik“ gehört hier natürlich genauso dazu, wie das Bier danach *zwinker*.

Alles in Allem sieht man, ist Contesting durchaus eine sportliche, aber auch gesellige Angelegenheit, die sicherlich unter Funkamateuren sehr viele Anhänger hat und in Zukunft, so hoffe ich, auch weiter finden wird!