Zwischenergebnisse SOTA-Jugendpokal

Auch in diesem Jahr findet der SOTA-Jugendpokal statt, den die SOTA-DM ausrichtet. Ziel ist es, Jugendgruppen dazu zu animieren, Aktivierungen von Bergen vorzunehmen und diese in der Jugendpokalwertung abzurechnen. Nähere Infos findet man in der Ausschreibung des Pokals.

Nachdem nun die ersten „warmen Wochenenden“ ins Land gezogen sind und der Jugendpokal 2008 bereits seine ersten Teilnehmer verzeichnen konnte, sind bereits zwei Gruppen in diesem Jahr mit Aktivierungen gestartet, was bedeutet, dass in diesem Jahr die Vergabe des Pokals gesichert ist (vergl. Reglement, mind. zwei teilnehmende Gruppen müssen vorhanden sein).

Doch nun zu den Ergebnissen, die wie auch im vergangenen Jahr unter SOTA-DL.de veröffentlicht sind:

Derzeitiger (inoffizieller) Platz 1 (da mir noch das Log fehlt, was aber in den nächsten Tagen wohl eintreffen dürfte):
DN1GB mit 420 Punkten

Den zweiten Platz, diesmal aber „gesichert“ mit Log belegt
DL0GYM mit 150 Punkten.

Beiden Gruppen an dieser Stelle herzlichen Dank für die Entscheidung, auch dieses Jahr im Pokal mitzuwirken und natürlich auch beiden für die nächsten Monate viel gutes Wetter und viele spaßbringende Aktivierungen!

Der Mögel-Dellinger-Effekt

Nachdem ich in meinen vergangenen Beiträgen Effekte vorgestellt habe, die dazu führen, dass sich Funkwellen weiter als gewohnt ausbreiten können, möchte ich heute einen Effekt vorstellen, der dazu führt, dass Funkverbindungen nahezu ganz zum erliegen kommen können: Den sogenannten Mögel-Dellinger-Effekt.

Der Mögel-Dellinger-Effekt, oder auch „die tote Viertelstunde“ genannt, ist, wie Sporadic-Es oder auch Aurora, das Ergebnis erhöhter Sonneneinstrahlung. Hierbei treten die radioaktiven Bestandteile der Sonnenstrahlung bis in die sogenannte D-Schicht der Ionosphäre ein und wirken dort stark ionisierend.

Was bei Sporadic-Es positiv wirkt, wirkt hier nun vernichtend für kurzwellige Funkwellen (bis ca. 300 MHz): Sie werden von der D-Schicht absorbiert – also geschluckt. Das Resultat ist, dass die Reflexion an der Atmosphäre ausbleibt und die Funkübertragung nur noch über die Bodenwelle und nicht mehr über die Raumwelle stattfindet. Es wird mit anderen Worten sehr ruhig auf den Kurzwellenbändern.

Dieser Effekt kann wenige Minuten bis hin zu mehreren Stunden dauern und tritt mit Vorliebe um die Mittagsstunden oder den späteren Vormittag auf, da hier allgemein die Sonneneinstrahlung am höchsten ist.

Was ist "Aurora"?

Mit Aurora bezeichnet man das, was im Volksmund als Polarlicht bekannt ist. Diese können, ähnlich wie die schon bekannten Sporadic-Es zur Vergrößerung der Reichweite von Funkwellen genutzt werden.

Eine Aurora entsteht an den Polkappen, wenn dort elektrisch geladene Teilchen, z.B. Elektronen oder Protonen auf die oberen Schichten der Erdatmosphäre stoßen. Dort regen sie die vorhandenen Luftmoleküle an, die entsprechend zu leuchten beginnen – das typische Polarlicht entsteht.

Im Amateurfunk werden solche Polarlichter gerne benutzt, um an den ionisierten Bereichen (wie bei den Sporadic-Es auch) die Funkwellen zu reflektieren und dadurch die Reichweite dieser zu vergrößern. Das Problem bei solchen Aurora-Verbindungen ist jedoch, dass die Signale an sich sehr verbrummt sind, weshalb hier hauptsächlich Verbindungen in CW (also Morsetelegraphie) durchgeführt werden. Neuerdings werden auch Versuche mit digitalen Betriebsarten versucht, die sich die Möglichkeit zu Nutze machen, per Software die Signale (in Echtzeit) zu bearbeiten und die Qualität entsprechend zu verbessern.

Wer sich ein Aurora-Signal anhören möchte, kann diese Aufnahme beim VHF/UHF/SHF-Referat des DARC herunterladen.

Aurora, wie auch Sporadic-Es, lassen sich im VHF-Bereich (also 2m-Band) nutzen. Sie treten vermehrt im Sonnenflecken-Maximum auf, da hier die Sonnenaktivität am stärksten ist und entsprechend die Häufigkeit von Solaren Stürmen mit entsprechenden Flares, die auf die Erde treffen, höher ist, als z.B. im Sonnenflecken-Minimum.

IARU Region 1 Fieldday Contest, CW

Vergangenes Wochenende war er, der IARU Region 1 CW-Fieldday-Contest. Wie all die Jahre vorher auch, nahm unser OV auch in diesem Jahr unter dem Clubrufzeichen „DL0IT/p“ in der QRP-Klasse teil. Welche Ergebnisse wir einfahren konnten, seht ihr weiter unten.

Die OPs hatten an diesem Wochenende mit mäßigen Bedingungen zu kämpfen, nicht nur, dass die Conds einigermaßen mittelmäßig waren, auch machte der benutzte Transceiver leichte Probleme. Besonderen Dank an dieser Stelle an alle, die als Helfer oder Operator an DL0IT/p zur Verfügung standen – ihr seid ein klasse Team! Doch nun Butter bei die Fische, sprich, was sagt das Log-Ergebnis?

Wir haben 306 QSOs zu Stande gebracht, was uns einen Claimed Score von 84969 einbrachte. Nunja, für eine Teilnahme in der QRP-Klasse sicherlich nicht schlecht, aber endgültig kann hierzu nur was gesagt werden, wenn die ersten Ergebnisse seitens des Auswerters veröffentlicht werden. Bis dahin heisst es: Daumen drücken!

Was sind Sporadic-Es?

Wer mal auf den rechten Sidebar schaut, findet dort unten eine Grafik, die uns irgendwas über „Sporadic-Es“ erzählen will, doch: Was genau sind Sporadic-Es? Welchen Einfluss haben sie auf den Funkbetrieb und kann man sie positiv ausnutzen?

Um zu erklären, was Sporadic-Es sind, muss ich ein wenig ausholen: Die Erde ist von verschiedenen Athmosphärenschichten umgeben. Die Inonosphäre ist eine von diesen, die wiederum selbst in mehrere Teilschichten in verschiedenen Höhen unterteilt ist.

Eine dieser Schichten ist die sogenannte E-Schicht in der Höhe von ca. 110-130 km. Sie ist auf der Tageslichtseite der Erde ausgebildet und ihre Ionisierung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Einer dieser Faktoren ist z.B. die Sonneneinstrahlung, der sie ausgesetzt ist. Im Sommer kommt es an der unteren E-Schicht zur Ausbildung sehr starker, lokaler Ionisierungen, die man dann sporadische E-Schichten nennt, oder eben auch Sporadic-Es.

Ein positiver Seiteneffekt dieser Sporadic-Es ist es, dass Funkwellen hier besonders reflektiert werden, was wir als Funkamateure uns natürlich positiv zu nutzen machen, um Verbindungen über weitere Entfernungen zu realisieren, indem wir quasi diese sporadische E-Schichte als Reflexions-Punkt nutzen, um z.B. Funkwellen im 2m-Band (144-146 MHz) über die sonst übliche und gängige Distanz hinweg zu verbreiten.

Solche Verbindungen werden übrigens auch „Scatter“ genannt, doch dazu vielleicht ein anderes Mal mehr.

Amateurfunk kann Leben retten!

Im vergangenen Monat, beim schweren Erdbeben in China, hat man es auch wieder gesehen, Amateurfunk hilft, wenn nix mehr geht. Heute, wie damals, sind es meist Funkamateure, die die erste Kommunikation in Unglücksgebiete herstellen und Klarheit über die tatsächlichen Zustände schaffen. Der nachfolgende Film aus dem Jahr 1939, zeigt, wie damals, mit den zu dieser Zeit bestehenden „primitiven Mitteln“ Amateurfunk die erste und häufig einzige Kommunikationsmöglichkeit war.