Erfahrungsbericht: Xiegu G90 nach den ersten QSOs

Die ersten 200 QSOs mit meinem neuen Xiegu G90 sind im Log, Zeit, um einmal ein kurzes Resümee zu ziehen zur Performance und so weiter.

Digimodes

Bisher habe ich aussschließlich WSJT-X benutzt und damit FT8 und FT4 auf diversen Bändern gemacht. Die Einrichtung war recht einfach, dank meines 2-in-1-Interfaces Digirig Mobile, welches ja CAT und Audio-Schnittstelle beherbergt. Zur Ansteuerung des TRX per CAT-Schnittstelle nutze ich FLRIG von W1HKJ.

Die Performance hier ist mit gut zu bewerten. In der Regel schwanken die Rapporte so zwischen plus/minus 3 bis 6 dB bezogen auf den Rapport, den ich gegeben habe. Soweit ich mein eigenes Signal mit einem WebSDR beurteilen konnte, erzeugt die Kombination ein sauberes Signal ohne Nebenaussendungen. Ich habe die Aussteuerung des Outputs entsprechend so eingestellt, dass die AGC sich zwischen 96 und 100 (das ist beim G90 die „gute Ecke“) bewegt, was entsprechend sich auf die Signalqualität auswirkt.

CW

Bei der Morsetelegraphie sind mir bisher keine nachteiligen Effekte aufgefallen. Der frei konfigurierbare Filter zeigte sich in diversen Situationen als sehr gut nutzbar, so kann man sehr starke Nebensignale relativ einfach los werden, ohne, dass das eigentliche Nutzsignal hier zu leiden beginnt. Im Grunde kann ich sagen: in der Regel lassen sich die Gegenstationen noch bis ins starke Rauschen (mit den Ohren) decodieren.

SSB

Sprechfunk ist mit 20W Ausgangsleistung durchaus eine Herausforderung, mag man Anfangs denken… doch ich habe jahrelange Erfahrung mit meiner Antennenanlage und 100W out und muss sagen, dass ich hier angenehm überrascht bin, dass doch die Kontakte recht unproblematisch abzuwickeln sind. Selbst wenn ich bei der Gegenstation nur mit RS 54 zu hören war, wurde mir bescheinigt, dass die Modulation doch sehr durchdringend und gut zu verstehen war.

Bei einem QSO mit S5ØEL wurde mir mein eigenes Signal zurückgespielt (bei Elvis war ein IC 7300 im Einsatz und er war bei mir mit S9+10 teilweise mit +40 dB zu hören, als quasi UKW-Qualität) und soweit man sein eigenes Signal beurteilen kann, muss ich sagen, die Modulation klingt echt super. Ich war begeistert vom Signal. Gleiches konnte ich übrigens über einen WebSDR für mich bestätigen, so dass ich sagen muss, die Modulation ist wirklich sehr schön – was bestimmt nicht an meiner unerotischen Stimme liegt!

Fazit

Also bisher bin ich mit der Performance des Gerätes sehr zufrieden. Auch wenn man im Handling (besonders, wenn man eine CAT-Schnittstelle nutzt) ein wenig aufpassen muss (man darf z.B. kein Programm laufen haben, was die CAT-Schnittstelle anspricht, wenn man den TRX einschaltet und das CAT-Kabel eingesteckt ist, sonst geht das Gerät in den Flash-Mode und ist nur durch Ziehen des CAT-Kabels sowie der Stromversorgung wieder zu „reanimieren“).

Der Empfänger überzeugt mit seine Empfindlichkeit und gleichzeitiger guter Nachbarkanalselektion, so dass durchaus ein schwaches Signal neben einem Krokodil noch sauber zu selektieren ist.

Ich werde den TRX wohl demnächst auch mal ein wenig im Portabelbetrieb nutzen wollen – hierzu muss ich mir meine Portabel-Antenne vom Speicher suchen und mal schauen, ob’s im Keller irgendwo geladene Akkus mit 12 V gibt 🙂 Dann werde ich wohl die ersten Versuche aus dem Garten, evtl. auch /p von Außerhalb starten.

2 Kommentare

    1. Hallo Hans,

      Danke für dein Feedback – ich bin ja jetzt einige Monate weiter und immer noch sehr zufrieden mit dem Gerät. Erst vor wenigen Tagen habe ich damit meine erste Verbindung nach Indonesien (in FT8) und davor einige viele Verbindungen nach Japan (auch FT8) machen können, was echt problemlos lief und mit 20W an einer Endfed-Antenne wohl ein Ergebnis ist, was sich sehen lassen kann…

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