Erfahrungen mit meinem Antennensetup

Heute möchte ich mal die Gelegenheit nutzen, mein persönliches Stationssetup vorzustellen, mit dem ich meine Aktivitäten auf der Kurzwelle, sowie auf 2 m und 70 cm bestreite.

Was ihr auf dem Foto links seht, ist meine Station bestehend aus einem Yaesu FT-857D, einem LDG YT-100 Automatic-Tuner sowie einem Schaltnetzteil (SEC 1223, 23 Ampere). Rechts daneben sieht man noch 2 Handfunkgeräte, die aber jetzt mal eine primär untergeordnete Rolle spielen sollen.

Mit oben aufgeführtem Setup füttere ich einen per Balun (4:1) an den Tuner angeschlossenen, endgespeißten Draht mit ca. 20 m Länge, welcher horizontal unter dem Dachfirst montiert ist.  Mit dieser Antenne bin ich auf den Bändern 10  – 80 m QRV, wobei hier natürlich die Stärken der Antenne auf den mittleren Bändern (15 – 30 m) liegen. Nahezu ohne Tuner nutzbar ist der Draht bei fast sehr gutem SWR auf dem 17 m Band (also anders gesagt, bei 18 MHz), was auf der einen Seite ganz schön ist, da hier ein ruhiges Band vorliegt, welches hervorragende Verbindungsmöglichkeiten bietet, auf der anderen Seite aber auch immer wieder den Automatic-Tuner fordert, wenn es um die Nutzung der anderen Bänder geht.

Im Grunde kann ich diesem Antennensetup über alle für mich nutzbaren Bänder gute Eigenschaften bescheinigen: Die Antenne zieht nicht viel QRM in den Empfänger und wie mir von den Gegenstationen (z.B. in PSK31) bescheinigt wird, leistet sie bei 30 Watt Einspeisung auch noch im DX passable Signale bei den teilweise wirklich weiter entfernteren Stationen.

Was ich persönlich auch nie so recht geglaubt hätte, ist, dass man auch mit 30 Watt ernsthaften RTTY-Betrieb fahren kann und sogar von den Gegenstationen nach 1-2 Anrufen gehört wird – ein Erlebnis, was Freude macht und nur erahnen lässt, was mit einer „richtigen Antennenanlage“ hier zu machen wäre.

Ich kann also aus meiner Sicht nur jeden „Antennengeschädigten“ ermutigen, vielleicht doch mal mit einer solchen „unter Dach Lösung“ zu experimentieren – die Ergebnisse im Log sprechen für sich und ich glaube, lieber mit einer solchen Behelfslösung und entsprechenden Betriebsarten seinem Hobby nachkommen, als es gar nicht tun!

5 Gedanken zu „Erfahrungen mit meinem Antennensetup“

  1. Moin Kim,
    ich habe jetzt ebenfalls der YT-100, allersings am FT100.
    Das Tunen ist völlig ohne Probleme, die durchgeschleifte CAT-Steuerung (Logbuch liest QRG aus) geht zunächst auch.
    Nach jedem Tune-Vorgang ist jedoch die CAT-Verbindung zum PC dauerhaft unterbrochen.
    Hier hilft nur FT100 aus und wieder an Abhilfe.

    Kannst Du den Effekt bestätigen?
    73 es mni tnx
    Steffen

  2. @Steffen, DL2LCE:

    Hallo Steffen,

    ich kenne das Problem jetzt nicht, habe allerdings auch keinen FT100. Welche Log-Software hast du denn und auf welchem Weg wird die CAT-Verbindung realisiert? Ich nutze ja ein CAT-Kabel von Yaesu, in der seriellen Version. Ich weiß nicht, ob es evtl. bei USB-Varianten hier Probleme geben kann.

    Kann natürlich auch sein, dass die Log-Software selbst hier ein Problem darstellt. Wobei ich bisher weder mit (alten) HamradioDeluxe-Versionen noch mit UcxLog Probleme hatte…

    Vielleicht kannst du mir hierzu ja noch ein paar Details liefern?

    73

    Kim
    DG9VH

  3. Moin Kim,
    zum Ersten: Deine HP ist Klasse, viele interessante und anregende Artikel! Danke dafür. Ich kenne deine Seite schon seit einigen Jahren und habe die Tipps bisher auch beachtet. Zwischenzeitlich habe ich meinen FT-897 verkauft, einen FT-857 gekauft, verkauft und aus dem Nachlass meines Freundes wieder zurückbekommen. Meine Anfrage zu obigen (Erfahrungen mit meinem Antennensetup) Artikel drängelt sich mir eine Frage auf: Du „fütterst“ einen ca. 20m langen Draht mit der HF, die aus dem FT-857 rauskommt. Ich nenne das mal einen Monopol! Wie sieht der andere Pol dieser Antenne aus? Hast du den Einspeisepunkt irgendwie Erden müssen? Ich würde gerne einen Monopol nach W9INN (Gesamtlänge ca. 20m, mit einem „Trap“ bei ca. 13m) an dem Mast für die X300 anklemmen wollen und dann von ca. 8m Höhe auf ca. 4m Höhe aufhängen wollen. Leider ist die Erdung des X300-Mastes ein Problem. Die Netzzuführung zu meinem Häuschen erfolgt noch über Dach. Eine Blitzableiteranlage ist nicht vorhanden. Die Grundstücksgröße beträgt ca. 16 x 17m. Ich bin überzeugt, dass das „Netzgitter“ über der Siedlung als „Faradayscher“-Käfig funktioniert. Leider ist mir aus diesen Gründen einiges an Freiheiten genommen, Antennen für die Bänder 40- und 80m aufzubauen.
    Jetzt also nochmal die Kernfrage: Wie wird die zweite Hälfte des Monopols geerdet?
    73 und alles Gute weiterhin de dl4faa – Gerd –

    1. Hallo Gerd,

      grundsätzlich ist es physikalisch betrachtet so, dass jede Antenne aus zwei Polen besteht – also den klassischen „Monopol“, wie man ihn im Kopf hat, gibt es nicht, zumindest von der Physik her. So ist es auch bei meiner Antenne.

      Die Antenne selbst sieht technisch ja folgendermaßen aus (ich fange mal am Ende an):

      Es sind 23 m Drahtlitze, die über einen 4:1-Balun an nochmal ca. 20 m Koaxkabel angeschlossen werden. Genau diese 20 m Koaxkabel sind nun der zweite Pol der Antenne. Ohne Mantelwellensperre auf der Transceiverseite würde ein Senden mit mehr als 10 Watt beim Berühren des TRX nämlich ein wenig schmerzhaft werden, weil diese Konstruktion doch einiges an Mantelwellen mit sich bringt.

      Auf 40m wäre die Antenne auch noch mit einigermaßen SWR ohne Tuner nutzbar (vermutlich wegen der Drahtlängen, die dann doch eine gewisse Resonanz im Zielbereich mit sich bringen), ich hab aber der Vollständigkeit halber das komplette Gebilde nicht allein wegen der Parasitärstrahlung, die sich im Haus verteilte, auf dem Weg zumindest mal angepasst.

      Diese Antennenkonstruktion ist auch nicht wirklich für hohe Leistungen geeignet, weil eben das komplette Gebilde mitstrahlt und das unmittelbar am TRX bzw. angeschlossenen Equipment spürbar werden kann – die HF geht in den PC, verwirrt USB-Controller etc.

      Das ist unter anderem der Grund, warum ich so gerne QRP-Betrieb mach(t)e (aktuell bin ich ja ein wenig in einer „Erziehungspause“).

      Ich hoffe, ich konnte auf dem Weg ein wenig das „Geheimnis“ um die Antenne lüften 🙂

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