Der Mögel-Dellinger-Effekt

Nachdem ich in meinen vergangenen Beiträgen Effekte vorgestellt habe, die dazu führen, dass sich Funkwellen weiter als gewohnt ausbreiten können, möchte ich heute einen Effekt vorstellen, der dazu führt, dass Funkverbindungen nahezu ganz zum erliegen kommen können: Den sogenannten Mögel-Dellinger-Effekt.

Der Mögel-Dellinger-Effekt, oder auch „die tote Viertelstunde“ genannt, ist, wie Sporadic-Es oder auch Aurora, das Ergebnis erhöhter Sonneneinstrahlung. Hierbei treten die radioaktiven Bestandteile der Sonnenstrahlung bis in die sogenannte D-Schicht der Ionosphäre ein und wirken dort stark ionisierend.

Was bei Sporadic-Es positiv wirkt, wirkt hier nun vernichtend für kurzwellige Funkwellen (bis ca. 300 MHz): Sie werden von der D-Schicht absorbiert – also geschluckt. Das Resultat ist, dass die Reflexion an der Atmosphäre ausbleibt und die Funkübertragung nur noch über die Bodenwelle und nicht mehr über die Raumwelle stattfindet. Es wird mit anderen Worten sehr ruhig auf den Kurzwellenbändern.

Dieser Effekt kann wenige Minuten bis hin zu mehreren Stunden dauern und tritt mit Vorliebe um die Mittagsstunden oder den späteren Vormittag auf, da hier allgemein die Sonneneinstrahlung am höchsten ist.

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