Inoffizielles Handbuch zum AnyTone AT-D868UV

Seit kurzem habe ich in meinem Wiki das inoffizielle Handbuch zum AnyTone AT-D868UV veröffentlicht, welches seit einigen Wochen als Gemeinschaftswerk von DL5MCC, DD5KI und mir unter Mitwirkung und Triggern durch die entsprechende deutschsprachige Telegram-Gruppe AnyTone-DMR DL erstellt wurde und entsprechend weiter gepflegt wird. Das Handbuch wird in regelmäßigen Abständen auf meinem Wiki aktualisiert zum Download gestellt.

Probleme im Cluster-Betrieb bei falsch gewählter Talkgroup

Ohweia, bei dem Titel weiß man direkt, worum es geht, oder? Nunja, um euch ein wenig Info vorab zu geben: Es geht um DMR, genauer um das BrandMeister-Netz und dessen Regionalcluster und um den Fehler, den Einsteiger an dieser Stelle gerne machen. Wen das nicht interessiert, der braucht jetzt ja auch nicht mehr weiter lesen, für den wird’s ziemlich „gähn“ und langweilig. Die anderen nehmen sich bitte zuerst noch eine Tasse Kaffee, um dem Thema aufmerksam folgen zu können. Achtung, nach der nächsten Umschaltpause geht es weiter.

Die grundsätzliche Funktionsweise des Regional-Clusters

Regional-Cluster
Regional-Cluster

Das BrandMeister-Netz bietet die Möglichkeit, Repeater, die in einer geographischen Region liegen, innerhalb eines sogenannten Regionalclusters zusammenzufassen und innerhalb dieses Clusters dann via Groupcall auf die TG8 auf allen beteiligten Repeatern eben genau in dieser TG8 gehört zu werden. In der Abbildung rechts sehen wir die Repeater A, B und C, welche in einem solchen Cluster verbunden sind.

Die Nutzer der Repeater brauchen also in ihr Gerät ausschließlich die TG8 auf dem entsprechenden Zeitschlitz (in der Regel dürfte dies Zeitschlitz 2 sein) programmiert zu haben und können in der gesamten Region gehört werden.

Damit man von außerhalb der Region den Cluster erreichen kann, hat man sich einen Trick einfallen lassen: Die Mirror-TG! Was bedeutet das? Nun, alle Nutzer, die auf Repeatern einsteigen, die nicht Mitglied des Clusters sind, erreichen den Cluster auf dessen TG8 mittels der Mirror-TG. Im Bild sei hier der Repeater D als Beispiel genannt, der die Mirror-TG 262xy anspricht, welche auf die TG8 projiziert wird bei den Cluster-Mitgliedern.

Es ist nun also so, dass ein OM auf Repeater D, der in die TG 262xy spricht, auf den Repeatern A, B und C auf der Cluster-TG 8 heraus kommt, die OMs auf A, B und C wiederum einfach in die TG8 antworten und auf Repeater D in der TG 262xy heraus kommen.

Gleiches spiel funktioniert übrigens mit Hotspots ebenso. Hier spricht man auch die Mirror-TG an und wird entsprechend auf den Repeatern gehört.

Damit hätten wir die grundsätzliche Funktionsweise des Regional-Clusters einmal erläutert, ein Konzept, welches genial ist, aber auch gerne zur Verwirrung beiträgt und Fehler heraufbeschwört, wenn ein OM die grundsätzliche Funktion nicht verstanden hat oder aus Versehen sich falsch verhält.

Fehler, die man gerne macht

Ein Fehler, der Anfängern sicherlich gerne mal passiert, wenn sie sich außerhalb des eigenen Clusters in einer überregionalen Talkgroup mit jemandem Treffen (z.B. auf der TG262) und dann in den Regional-Cluster wechseln wollen ist der, dass sie nicht im Hinterkopf haben, dass sie auf Repeater D gar nicht im eigenen Regionalverbund sich befinden und dann dort fälschlicherweise auf die TG8 schalten und rufen. Das Ergebnis ist: die Heimat hört einen nicht und es antworten auf einmal Menschen, mit denen man nicht gerechnet hat. Der Grund ist, dass vermutlich Repeater D in seiner TG8 seinem eigenen Regional-Cluster angehört und eben die Aussendung auch in diesen Verbund bringt. Wie behebt man den Fehler? Man denkt bitte daran, die Mirror-TG 262xy zu nutzen für den eigenen Regionalcluster.

Ein weiterer Fehler ist jetzt, dass OMs gerne denken: Nun, dann nutze ich halt generell für den Cluster nicht die TG8 sondern die Mirror-TG, dann komme ich ja immer im Cluster raus… Grundsätzlich richtig, jedoch massiv problembehaftet auf dem eigenen Repeater, sagen wir mal Repeater C als Beispiel: Dieser gehört dem Cluster ja selbst an. Wenn nun der OM in die Mirror-TG spricht, ist das erst mal für die Cluster-Mitglieder unproblematisch, die bekommen das Signal auf die TG8 gespiegelt. Der Einstiegsrepeater jedoch strahlt die Aussendung zunächst auf der Mirror-TG aus. Auch erst einmal unproblematisch. Interessant wird es für weitere OM auf dem Einstiegsrepeater, die zum einen die Mirror-TG nicht einprogrammiert haben (weil sie sie nicht brauchen) und zum anderen vielleicht auch gar nicht kennen. Diese hören den OM in der Mirror-TG nicht, sondern sehen nur, dass der Repeater sendet.

Doch was passiert nun, wenn ein OM auf Repeater A oder B dem OM auf Repeater C antwortet? Diese werden auf der TG8 antworten, weil sie den Ruf vom OM von Repeater C ja auch dort empfangen haben. Repeater C wiederum wird diese Antwort der OMs von A oder B in der eigenen TG8 wiedergeben… Warum ist das so? Nun, weil er ja auch Mitglied des Clusters ist und über die TG8 eine Aussendung aus dem Netz bekommt, die er genau dahin übersetzt. Was passiert nun auf Repeater C noch? Der OM mit dem Anruf kann jetzt evtl. pech haben und den Ruf nicht hören, weil er eben nur die Mirror-TG im Codeplug programmiert hat und nicht die TG8 (aus Irrtum, weil er ja denkt, er brauche nur die Mirror-TG und die Welt wäre schön).

Die anderen OMs auf Repeater C wiederum hören die Aussendung auf der TG8 nun und wundern sich, mit wem der OM von Repeater A oder B nun spricht.

Sollte der OM mit der Mirror-TG nun evtl. doch die TG8 auch noch im Gerät haben, hört er den Durchgang ebenso, könnte also QSO führen. Jetzt sind wir aber alle digital gut erzogen und lassen entsprechende Sprechpausen. Ist diese Länger als die Gruppenhaltezeit im Funkgerät passiert folgendes: der OM auf Repeater C sendet wieder in die Mirror-TG. Die Gegenseite hört ihn, alles ist schön aber die anderen OM auf Repeater C bekommen den Eindruck, der OM von A oder B spricht mit einem Gespenst.

Antwortet der OM auf Repeater C innerhalb der Gruppenhaltezeit, springt er selbst (für eine Zeit lang) auf die TG8 und sendet dort. Alles ist ok, bis er mal wieder außerhalb der Haltezeit antwortet. Der Effekt ist einen Absatz höher beschrieben. Es kommt hier also dazu, dass der OM zeitweise zu hören ist und zeitweise nicht. Die anderen OM, die nicht wissen, wo das Problem seine Ursache findet, werden ungehalten und beschweren sich vermutlich sogar darüber, dass der Repeater nicht immer funktioniert oder gar das Netz nichts taugt… alles Dinge, die auf Missverständnissen fußen.

Die Lösung des Problems?

Nun, das Problem ist eigentlich nur dadurch zu lösen, indem man sein Hirn einschaltet und sich überlegt, ob der genutzte Einstieg auf „natürlichem Wege“ dem Regional-Cluster angebunden ist oder ob die Nutzung der Mirror-TG angesagt ist. Diesen Denkvorgang können wir nur bedingt unterstützen. Als Hilfe sei hier das Dashboard des BrandMeisters mit seiner Liste der Cluster genannt, in der man seinen Regionalcluster suchen kann und dann auf der entsprechenden Seite angezeigt bekommt, wer hier Mitglied ist. Für das Saarland ist dies folgende URL: https://brandmeister.network/?page=cluster&clustername=Saarland

Ich hoffe, dass ich das Problem der Cluster und deren Verwendung ein wenig erhellen konnte.

Neu an Bord: AnyTone D868UV

Seit ca. 3 Wochen mit in den Reihen meiner DMR-Funkgeräte: Das AnyTone D868UV. Ich will euch an hier nun meine ersten Erfahrungen mit diesem Gerät kundtun und auch den ein oder anderen Tipp loswerden.

Allgemeines

Das AnyTone D868UV ist ein Dualband-DMR/FM-Handfunkgerät mit zwei Bändern, die parallel betrieben werden können, bei Aktivität jedoch das zum Aktivitätsstart inaktive Band stumm schalten. Bedeutet: solange kein Signal empfangen wird, sind Band A und Band B in „Lauerstellung“. Kommt nun über Band B ein Signal rein, wird Band A stummgeschaltet, bis das Signal von Band B wieder verschwindet. Die beiden Bänder können übrigens die gleichen oder verschiedene Bänder (2m und 70cm) sowie Betriebsarten (FM/DMR) beinhalten, was es also möglich macht, einen DMR-Repeater sowie einen FM-Repeater im 70cm-Band zu überwachen oder jede weitere Kombination, wie man es möchte.

Zur Performance

AnyTone D868UV Einschaltbild
AnyTone D868UV Einschaltbild

Die Senderperformance des Gerätes lässt sich in vier Leistungsstufen von 0,5 Watt bis ca. 7 Watt schalten und lässt in dem Zusammenhang wohl keine Wünsche an die Leistungsfähigkeit eines Handfunkgerätes übrig. Die Modulation wird in DMR wie auch in FM als ausreichend laut und sehr gut verständlich beschrieben.

Der Empfänger hat auf 70cm recht passable Performance. Ich kann jetzt noch nicht wirklich viel über das Großsignal-Verhalten aussagen, aber es ist faktisch das erste Funkgerät, welches im QRL aus dem Büro einen DMR-Repeater arbeiten konnte. Selbst mein Hytera PD785G konnte diese Leistung nicht vollbringen! Auf 2m scheint der Empfänger bei meinem Gerät brauchbar – verschiedene Nutzer beschreiben ihn aber teilweise im FM-Betrieb als etwas taub – ich kann das so nicht unbedingt bestätigen.

Der Wiedergabe-Ton des eingebauten Lautsprechers überzeugt mich übrigens auch sehr. Der Klang des Empfangs-Signals kommt sehr nah an den des Hytera PD785G heran.

Die Akkulaufzeit ist mit ca. 16 Stunden bei gemischtem Betrieb als ausreichend Lange zu bezeichnen. Der Akku bei mir ist übrigens der mit 2100mAh.

Screenshot CPS
Screenshot CPS

Die CPS ist, wenn man mit dem Thema betraut ist, relativ schnell zu beherrschen und bietet dankenswerterweise für fast alle wichtigen Einstellungen, die man gerne in größerer Masse bearbeiten wird, Import- und Exportfunktionen an, damit man CSV-Dateien erzeugen und einlesen kann. So ist mit weiteren (externen) Tools der Codeplug recht schnell zusammengebaut.

Hier noch schnell ein paar Zahlen zum Speicher des Geräts:

Angaben zum Speicherumfang

  • Kanäle: 4000
  • Zonen: 250
  • Kanäle pro Zone: 251
  • Scan-Listen: 250
  • Kanäle pro Scan-Liste: 51
  • Radiokanäle: 100
  • Erfassbare Radio-IDs: 250
  • Talkgroups: 10000
  • Vorgefertigte SMS-Texte: 100
  • RX-Gruppen: 250
  • Talkgroups pro RX-Gruppe: konnte bisher noch nicht getestet werden
  • Digitale Kontakte: 160000
  • Analoge Kontakte: 128

Fazit

Das AnyTone D868UV ist in meinen Augen sein Geld wert. das Handling wie auch die Qualität des Gerätes überzeugen auf ganzer Linie. Wer mehr über das Gerät wissen möchte und sich auch mal mit Nutzern unterhalten möchte, der kann die eigene deutschsprachige Telegram-Gruppe aufsuchen. Dort wird er sehr freundliche und hilfsbereite OMs antreffen, die bisher für fast jedes Problem eine Lösung hatten.

Kurzwellenempfang mit dem RTL-SDR

Radioddity RTL-SDR
Radioddity RTL-SDR

So, seit einigen Wochen besitze ich einen RTL-USB-SDR-Empfänger von Radioddity, den ich mit entsprechenden Filtern für die jeweiligen Bänder zum Empfang an dafür geeigneten Antennen verwende. Im Bild kann man das Setup erkennen.

Dieser Empfänger besitzt einen RT-820T2-Chip und empfängt von 100 kHz bis 1.7 GHz.

Aktuell betreibe ich den Empfänger an einem Raspberry Pi 3, auf dem der Airspy Spy Server läuft und mir den Empfänger im LAN und per VPN auch im Internet zur Verfügung stellt. Die Empfindlichkeit des Empfängers kann gut mit der eines FT-857D mithalten, wenn auch ich hier keinerlei Messmittel zur Verfügung habe, um tatsächlich die Empfindlichkeit mit Werten zu belegen. Es ist also ein rein subjektiver Eindruck.

Der Airspy Spy Server stellt den Empfänger im Bereich von 100 kHz bis 14 MHz zur Verfügung, obwohl der Stick im Bereich ab 14 MHz ebenfalls funktionieren würde. Der Grund liegt vermutlich darin, dass die Programmierer wissen, dass der Stick ohne zusätzlichen Hochpassfilter ab 14 MHz invertierte Images der Signale unterhalb von 14 MHz empfängt. Im Grunde für meine Anwendungszwecke kein großer Nachteil, da mich der bereich unterhalb von 14 MHz (es wird ja der 20m Bereich des Amateurfunks mit abgedeckt, denn genau empfängt das Ding bis 14.400 kHz) eher interessiert, da meine Empfangsantenne für diesen Bereich bessere Ergebnisse liefert als auf den höheren Frequenzen.

Ich werde diese Software-Konstellation die nächsten Tage intensiver testen, vor allem, wie sie sich außerhalb des eigenen WLAN verhält. Vielleicht wird das System dann auf dem Wege auch im Internet verfügbar gemacht 🙂

MMDVM_HS_Dual_Hat, ein Hotspot, der eigentlich ein Relais ist

Endlich ist er da, der Prototyp vom MMDVM_HS_Dual_Hat. Bei dieser Platine handelt es sich um einen Hotspot, der Duplex-Betrieb erlaubt und sich somit wie ein echter Repeater, nur eben mit etwa 10 mW, verhält. Der Vorteil hier ist, dass man erstmalig die Möglichkeit besitzt, zwei Zeitschlitze gleichzeitig bedienen zu können. Also im Grunde eine sehr gute Lösung z.B. für OV-Veranstaltungen an Orten, wo keine DMR-Repeater verfügbar sind. Ich habe diesen frühen Prototypen von DF2ET zur Verfügung gestellt bekommen, um in erweiterter BETA-Test-Phase etwaige Bugs oder Probleme zu lokalisieren.

Die Platine selbst ist mit einer Steckleiste zum Aufstecken auf Raspberry Pis ab dem Modell B+ (also alle, die die lange GPIO-Leiste besitzen) gedacht und tut bei mir ihren Dienst auf einem Raspberry Pi 3. Hier habe ich ihn jetzt vergleichbar der Repeater im Saarland konfiguriert und er läuft aktuell mit meiner Repeater-Test-ID im BrandMeister- und XLX-Netz.

Das jeweils im BrandMeister gültige Setup kann man dem Repeater-Dashboard beim BrandMeister entnehmen. Ich behalte mir aus persönlichen Gründen entsprechende Änderungen der Talkgroup-Belegungen vor.

Das Video ist übrigens von DO7EN bei Youtube eingestellt worden und stellt den MMDVM_HS_Dual_Hat in Wort und Bild vor. Viel Spaß beim Zuschauen.

Wer Fragen zu dieser Lösung hat, vor allem, was die Beschaffung etc. angeht, der kann sich gerne an die genannten Herren wenden und wird dort sicherlich weiterführende Informationen hierzu erhalten.

Ich selbst werde wohl demnächst hier über meine weiteren Erfahrungen mit diesem Hotspot berichten, der übrigens wie der DVMEGA zum Beispiel auch, über den MMDVMHost angesteuert wird und alle Betriebsarten, die dieser anbietet (DMR, D-STAR, YSF/C4FM, P25, NDXN), unterstützt.

Artikelbild: MMDVM_HS_Dual_Hat by DB9MAT, DF2ET and DO7EN, Quelle: https://github.com/phl0/MMDVM_HS_Dual_Hat

Neues Spielzeug: der OpenWebRX

OpenWebRXMein neues Spielzeug nennt sich OpenWebRX und fällt in die Kategorie Web-SDR.

Ich betreibe diese Software auf einem Raspberry Pi 3, an dem ein RTL-SDR-USB-Stick steckt, der auf der Kurzwelle im Direct-Sampling-Mode läuft, das bedeutet, er kann im Grunde im Frequenzbereich von 100 kHz bis 1700 MHz eingesetzt werden. Da er jedoch, wie bei den RTL-SDR-Sticks üblich, nur eine RF-Bandbreite von ca. 2 MHz anbietet, ist über den Web-SDR auch nur ein von mir vorausgewähltes Frequenzfenster verfügbar, welches auch durch die Weboberfläche nicht verschoben werden kann.

Technisch gesehen war die Installation keine wirklich große Herausforderung, da die Installation auf der zugehörigen Webseite recht gut beschrieben ist.

Da ich noch einen weiteren USB-Stick mein eigen nenne, werde ich diesen vermutlich die nächsten Tage auf 2m anbieten, dann jedoch auf einem Raspberry Pi 2 – zum einen um die beiden Systeme miteinander vergleichen zu können, zum anderen aber auch, weil ich keinen weiteren Raspi 3 habe und der Raspi 2 im Grunde noch frei wäre.

Schauen wir mal, was die Zukunft so bringt 🙂