Vergleich: HCJB-Pappradio vs. Yaesu FT-857D

Posted by: DG9VH  :  Category: Technik

Jetzt ist es so weit: Der mehr oder weniger ultimative und vollkommen subjektive Vergleich zwischen zwei Geräten der unteren Preisklasse. In der blauen Ecke: Das HCJB-Pappradio mit einem Preis von ca. 80 Euro und einem Gewicht von etwas mehr als einer Tafel Schokolade, welches die moderne Form des Empfängers vertreten soll, nämlich das “Software Defined Radio”. Und in der roten Ecke: Der Yaesu FT-857D Amateurfunk-Transceiver mit einem Preis von ca. 650 Euro und einem Gewicht von 2 Tüten Milch, der die traditionelle analoge Welt vertritt.

Beide waren über einen Antennen-Splitter an die gleiche Antenne angeschlossen, einem 22m langem Draht unter dem Dach, welcher über einen Balun in der Impedanz angepasst wurde.

Das Pappradio wurde mit HDSDR 2.11 gesteuert, wobei hier in den jeweiligen Empfangssituationen lediglich die gleiche Modulationsart und annähernd gleiche Filterdurchlasskurve eingestellt wurde, wie beim FT-857D. Es wurden bei beiden Geräten keinerlei Filter (Notch oder sonstige verbessernde Maßnahmen) eingeschaltet, es sei denn, dies wird im weiteren Verlaufe des Tests genannt.

Getestet wurden diverse Bänder, verschieden starke Signale und verschiedene Modulationsarten, um hier einen breiten Signalvergleich zwischen den beiden Geräten anstellen zu können.

Aufgezeichnet wurde zum einen mittels der NF-Aufzeichnungsfunktion im HDSDR bzw. mit Audacity über den Line-In-Eingang des Rechners der Daten-Ausgang des FT-857D über ein galvanisches Trennglied. Die jeweils aufgezeichneten Audiofiles (Mono-Aufnahmen) wurden mit Audacity auf -3 dB normalisiert, sonst wurden keinerlei Veränderungen vorgenommen.

Der erste Test war ein CQ-Ruf von F5POJ, welcher auf dem 15m-Band aufgenommen wurde. Das Signal war relativ schwach aufzunehmen (mit S1) und zeigt hier die Qualitäten der einzelnen Empfänger bei Signalen “an der Grasnarbe”. Beide Empfänger waren in der Betriebsart “CW” eingestellt, wobei beide jeweils mit einem 300 Hz Filter konfiguriert waren (beim FT-857D war dies ein nachgerüsteter Quarz-Filter, beim Pappradio entsprechend im HDSDR die eingestellte Durchlasskurve).

FT-857D:

F5POJ_FT857D_20120203_164006Z_21011kHz

Pappradio:

F5POJ_HDSDR_20120203_164006Z_21011kHz_AF

Man erkennt, dass beide sehr mit dem Signal zu kämpfen haben, wobei ich finde, das Rufzeichen über den FT-857D etwas deutlicher hören zu können. Ähnlich ist es bei der nachfolgenden Aufnahme, bei der zugegeben wenig Signal und viel Rauschen zu hören ist, als HK0NA auf 28024 kHz zurückfragte, welche ON3-Station anrief. Hier könnte man jedoch dazu neigen, dem Pappradio einen besseren Empfang zuzusprechen:

FT-857D:

HK0NA_FT857D_20120203_173020Z_28024kHz

Pappradio:

HK0NA_HDSDR_20120203_173020Z_28024kHz_AF

Die Unterschiede sind wirklich fein, im Grunde eine Geschmackssache.

Kommen wir doch einfach mal zu etwas stärkeren Signalen – diesmal in SSB mit 2,7 kHz Filterbandbreite. Es ruft CQ 80m DD1JD:

FT-857D:

DD1JD_FT857D_20120203_223206Z_3753kHz

Pappradio:

DD1JD_HDSDR_20120203_223206Z_3753kHz_AF

Bei beiden Empfängern handelte es sich hier um ein 59-Signal und bei beiden Empfängern kann man eigentlich nicht meckern. Das Pappradio klingt ein wenig voller (weil hier die Filterkurve nicht ganz exakt so lag wie beim FT-857D), was aber kein Nachteil ist. Aber auch der FT-857D liefert ein gut verständliches Signal ab.

Wenden wir uns nun einmal dem AM-Rundfunk zu. Hier hatte ich einen Ausschnitt aus dem englischsprachigen Programm von KBS World aufgezeichnet, wobei ich beim Pappradio das komplette Signal in seiner Bandbreite von 10 kHz (also 5 kHz NF-Bandbreite) durch den Filter lies, der FT-857D brachte hier leider wegen seines fest eingebauten AM-Filters leider nur 6 kHz (also 3 kHz NF) mit, aber hören wir uns die beiden Ergebnisse einfach mal an:

FT-857D:

KBS_FT857D_20120203_222056_3955kHz

Pappradio:

KBS_HDSDR_20120203_222056Z_3955kHz_AF

Beide Signale waren mit S9+20 dB mittelstarke Vertreter der Radiobranche und bis auf die NF-Bandbreite, die beim Pappradio zu einem wesentlich ausgewogenerem Signal führt, kann man keinerlei Unterschiede in den Empfängern feststellen. Beide haben hier und da mit einbrechenden Signalen zu kämpfen (bedingt durch Fading), beide liefern aber einen sauberen und hörenswerten Empfang ab.

Ganz ähnlich sieht es mit einem Lokalsender auf der Mittelwelle aus. Auf 1422 kHz strahlt der Sender Heusweiler, welcher gerade mal ca 14km Luftlinie von mir entfernt angesiedelt ist, das Programm des Deutschlandfunks aus. Hier ein Mitschnitt der Presseschau:

FT-857D:

DLF_FT857D_20120203_225347Z_1422kHz

Pappradio:

DLF_HDSDR_20120203_225347Z_1422kHz_AF

Auch bei diesen beiden Mitschnitten ist, bis auf die merklich geringere Audiobandbreite beim FT-857D, kein Unterschied zu spüren. Beide Empfänger waren übrigens mit S9+50 dB sehr lautstark vertreten.

Fazit:

Was bleibt mir zum Schluss zu sagen? Nun: Beide Empfänger haben sicherlich ihre Schwächen und Stärken und sind für ihr Preissegment, der Unterklasse, dennoch recht brauchbare Empfänger. Bei schwachen Signalen in CW hat man jedoch mit dem Pappradio, dank einiger Schmankerl, die noch im HDSDR schlummern, die besseren Karten, da man, was hier jetzt nicht gezeigt wurde, doch noch ein wenig mehr aus dem Rauschen hervorzaubern kann, als mit dem FT-857D.

Vielleicht konnte ich mit diesem Test die Skeptiker solcher Billig-SDRs von deren Leistungsfähigkeit ein wenig überzeugen oder ihnen zumindest zeigen, dass das Pappradio mindestens mal mit einem günstigen Allmode-TRX mithalten kann.

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Mitgliedschaft im Feld Hell Club

Posted by: DG9VH  :  Category: Hellschreiben

Seit heute bin ich Mitglied im Feld Hell Club. YO5BBO hat mich eingeladen, diesem Club beizutreten, der sich zur Aufgabe gemacht hat, die Betriebsart “Hellschreiben” zu unterstützen und zu fördern. Seit heute Mittag trage ich also die Mitgliedsnummer 3082.

Hier seht ihr meine Mitgliedsurkunde:

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Ein kleiner Grund zur Freude…

Posted by: DG9VH  :  Category: Contesting, PSK63

Gerade läuft der Ukrainian DX Digi Contest, an dem ich “für’n Spaß” bissel mitwirke. Kleiner Auszug eines eben geführten QSOs:

CQ CQ URDX TEST DE JF1RYU JF1RYU K

de DG9VH DG9VH DG9VH bk

…DG9VH UR 599 1Ø9 1Ø9 1Ø9 DG9VH QSL? BK

599 Ø4Ø Ø4Ø Ø4Ø DG9VH tu

…DG9VH QSL TU QRZ? DE JF1RYU K

Die Antenne (22m Draht unter Dach) geht also doch ganz prächtig (auf 14 MHz in PSK63) :-)

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Erste Schritte mit ROS

Posted by: DG9VH  :  Category: ROS

Seit gestern spiele ich mit einer neuen Betriebsart und der dazugehörigen Software herum. Hierbei handelt es sich um die Betriebsart ROS, die Verbindungen bei einer Bandbreite von ca. 3 kHz noch bis zu einem S/N von -20 dBs ermöglicht. Um euch mal zu zeigen, wie so ein typisches ROS-QSO ausschaut, habe ich hier mal den Protokoll-Mitschnitt eines QSOs von heute morgen eingefügt:

RX16: <08:45 UTC> <-46,9 Hz> CQ  CQ  CQ  de  EA1AR  EA1AR  EA1AR  pse k  <STOP> <3 dB>
TX8: <08:45 UTC> EA1AR  EA1AR  EA1AR  de  DG9VH  DG9VH  DG9VH  kn  <STOP>
RX16: <08:46 UTC> <-46,9 Hz> DG9VH de EA1AR My name is Sergio, my QTH is Ávila, Locator: in70pp S/N: -12 dB, Marge: +14 dB   <STOP> <4 dB>
TX8: <08:46 UTC> EA1AR de DG9VH My name is Kim, my QTH is Voelklingen, Locator: JN39KF S/N: +3 dB, Marge: +26 dB EA1AR de DG9VH kn <STOP>
RX16: <08:47 UTC> <-54,7 Hz> DG9VH de EA1AR QSL via e-qsl or direct tnx fer QSO, 73. DG9VH de EA1AR sk  <STOP> <-3 dB>
TX8: <08:48 UTC> EA1AR de DG9VH Station: ROS v3.5.8 Beta, FT-857D PWR 30W with LDG YT-100 tuner Ant: 20m wire QSL via e-qsl or direct tnx fer QSO, hpe meet u agn! 73. EA1AR de DG9VH sk  <STOP>
RX16: <08:49 UTC> <-54,7 Hz> 73 gl es gd dx
CQ  CQ  CQ  de  EA1AR  EA1AR  EA1AR  pse k  <STOP> <-2 dB>

Kurz erklärt: Am Zeilenbeginn findet ihr die Angaben TX8 bzw. RX16 – diese geben die jeweils verwendete Symbolrate an, sprich: Die Gegenstation EA1AR hat eine Symbolrate von 16 Bit benutzt, ich hingegen verwendete eine Rate von 8 Bit. Der Unterschied zwischen diesen beiden Bitraten ist neben der Geschwindigkeit (16 Bit überträgt eben auch schneller als 8 Bit) die Störsicherheit. 8  Bit sind weniger anfällig als 16 Bit. Es ist also eine Frage der Bandbelegung und des Allgemeinzustandes der Atmosphäre, welche Symbolrate man wählt. Ich hatte jedoch in obigem Fall vergessen, auf 16 Bit umzustellen :-)

Am Ende der Übertragung bei den RX-Zeilen findet ihr eine dB-Angabe. Diese spiegelt den Empfangspegel S/N wider.

Wer mehr zu dem Thema ROS wissen möchte, dem sei diese wirklich informative Website empfohlen.

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