Es muss nicht immer gleich QRO sein

Posted by: DG9VH  :  Category: PSK31

Amateurfunk lebt auch manchmal von “kleinen Dingen”, bzw. kann auch mit kleinen Stationn durchaus Spaß machen, wenn man die richtige Betriebsart auswählt.

Heute habe ich mit meiner Minimalausrüstung, bestehend aus 3m Schaltlitze als Antenne an der Zimmerdecke entlang gespannt und mit einem MFJ-941E Antennentuner angepasst sowie meinem FT-857D mit einer Ausgangsleistung von gerade mal 15 W in PSK31 innerhalb kurzer Zeit einen schönen Rundumschlag auf 20m machen können.

Geloggt wurden z.B. Stationen aus dem europäischen Russland, Rumänien, Mazedonien und Schweden.

Man sieht, es geht auch mit minimaler Ausrüstung bei entsprechender Wahl der technischen Mittel ganz prächtig.

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PSK31 und RTTY mit UcxLog

Posted by: DG9VH  :  Category: Betriebsarten, PSK31

Wie viele Leser wohl mitbekommen haben, benutze ich persönlich für mein Log das Freeware-Log-Programm UcxLog von DL7UCX. Dass man mit diesem Programm nicht nur Logs führen und QSL-Karten drucken kann, sondern auch (durch eine kleine Erweiterung, die man installieren muss) PSK31 und RTTY direkt aus dem Programm heraus machen kann, ist einigen noch unbekannt. Wie dies nun funktioniert, möchte ich in diesem Beitrag kurz erklären.

Wer mit UcxLog digitale Betriebsarten nutzen möchte, tut dies am geschicktesten mit einem sogenannten Soundkarteninterface. Im Internet gibt es verschiedene Bastelvorschläge, wie dies zu realisieren ist. Bei vielen Transceivern und vielen Stationskonfigurationen würde bereits eine direkte Verkablung der Audio-Ein- und Ausgänge des PC mit dem TRX genügen, die PTT-Schaltung könnte über die VOX erfolgen. Eleganter und vielleicht auch weniger störanfälliger funktioniert dies natürlich mit einer galvanischen Trennung der Geräte (vermeidet Brummen auf der NF) und eine Schaltung der PTT mittels eines Transistors. Ich nutze hier bei mir ein Interface, welches DL4VCG im Rahmen der Illinger Tagung vor Jahren mal als Bausatz zur Verfügung stellte.

Zusätzlich zum Soundkarten-Interface benötigt man natürlich auch ein wenig Software. Zum einen wäre das UcxLog, zum anderen wäre das MMvari, bzw. die MMvari-Engine, die sich auf der Projekthomepage ebenfalls kostenlos herunterladen lässt.

Beide Programme installiert man, indem man für UcxLog die herkömmliche Installation durchführt (wer das Programm schon nutzt, kennt diese Prozedur ja schon). Bei MMVari hält man sich an die in der Hilfe von UcxLog aufgeführten Schritte:


Die Integration der MMvari-Engine erfolgt nun im UcxLog selbst. Hierzu startet man UcxLog, klickt im Menü “Settings” auf den Punkt “Station” und wechselt dann im sich öffnenden Fenster auf die Lasc
he “Other Interfaces”:

Auf dieser Lasche findet man, wie man im Screenshot sieht, auf der rechten Seite die Möglichkeit, MMVari anzuhaken und damit den Plugin zu aktivieren.

Nun hat man die Möglichkeit, beim Wechsel der Betriebsart im Work-Modus von UcxLog die Empfangsroutine bewundern zu können. Über den Menüpunkt “Window” – “Send” lässt sich das Sendefenster einblenden und man kann im Grunde loslegen. Bei mir sieht das Setup an Fenstern demnach folgendermaßen aus:

Wer möchte, kann sich die Fenster entsprechend in ihrer Größe oder Lage an die individuellen Bedürfnisse anpassen. Nun steht dem PSK31-Vergnügen eigentlich nichts mehr im Wege.

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PSK31 – weniger ist manchmal mehr

Posted by: DG9VH  :  Category: Betriebsarten, PSK31

PSK31 dürfte vielen ein Begriff sein, doch manchen vielleicht auch nicht. Und genau an die wendet sich dieser Beitrag. Ich möchte kurz die grundlegenden Dinge zu PSK31 erläutern und das ein oder andere Programm aufführen, mit dem erfolgreich diese (digitale) Betriebsart ausgetestet werden kann.

Der technische Kern von PSK31 steckt bereits in dessen Namen: Es handelt sich um ein sogenanntes “Phase Shift Keying” – also eine Phasenumtastung – die zur Informationsübertragung verwendet wird. Beim PSK31 haben wir eine Signalbandbreite von ca. 31 Hz, wer es genauer will, 31.25 Hz sind es.

PSK31 wird heutzutage von Funkamateuren zur Kontaktaufnahme auf Kurzwellenbändern verwendet, wobei sich hier die Vorteile dieser Betriebsart sehr herausstellen: Zum einen ist durch die geringe Bandbreite von knapp 31 Hz möglich, sehr viele Verbindungen parallel in einen 3 kHz breiten SSB-Kanal zu bringen. Zum anderen ist aber auch die Ausnutzung der Sendeleistung sehr effektiv: Wo man bei einer SSB-Verbindung mehrere hundert Watt benötigt, genügen bei PSK31 bereits 20-30 Watt. Wer mehr Sendeleistung auf die Antenne bringt, gilt in der Community bereits als “Schwein”, da eine übermäßig hohe Sendeleistung keineswegs eine Verbesserung des Signals bringt, sondern lediglich die Aussendung von Nebenprodukten begünstigt.

Was genau ist eine Phasenumtastung? Hierzu müssen wir kurz einen Abstecher in die Physik machen und uns vor unser Auge führen, was genau eine Schwingung an Freiheitsgraden bietet und welche Veränderungen an einer Schwingung überhaupt machbar sind.

Eine Schwingung ist charakterisiert durch die folgenden Parameter:

  • Die Schwingfrequenz
  • Die Amplitude
  • Die Phasenlage

An diesen drei Parametern können wir sozusagen schrauben. Ändern wir die Schwingfrequenz im Takt der Modulation (also in Abhängigkeit unserer Information, die wir zu übertragen wünschen), erhalten wir eine klassische Frequenzmodulation. Erhöhen, bzw. erniedrigen wir die Amplitude (also die maximale Auslenkung der Schwingung), so sprechen wir von einer Amplitudenmodulation, in Spezialfällen wird aus der Amplitudenmodulation eine Einseitenbandmodulation (SSB) wie wir sie im Amateurfunk kennen.

Verändern wir nun jedoch die Phasenlage des Signals in Abhängigkeit der zu übertragenden Information, erhalten wir eine Phasenmodulation – im digitalen Umfeld, bei der Übertragung konkreter Werte wie z.B. 0 und 1, sprechen wir von einer Phasenumtastung.

Was bedeutet dies nun?

Schauen wir uns einfach mal nachstehende Grafik an:

Wir erkennen hier einen Phasensprung von 180°, was bedeutet, dass der reguläre (rot dargestellte) Wellenverlauf durch ein “Abknicken” der Kurve um 180° verschoben wird, was genauer bedeutet, dass die Phasenlage genau umgekehrt wird. Da wo regulär ein Maximum erwartet wird, findet sich jetzt ein Minimum und umgekehrt.

Solche Phasensprünge können nun mit entsprechender Auswerttechnik (DSP in der Soundkarte z.B.) detektiert werden und zu 0 bzw. 1-Werten umgerechnet werden, was wiederum im Resultat dazu führt, dass wir Daten übertragen können.

Welche Vorteile haben wir nun durch PSK31?

Wie eingangs bereits erwähnt, sind stabile Funkverbindungen bereits mit sehr geringer Sendeleistung (um 30 Watt) realisierbar, damit ist PSK31 im Grunde genommen die Betriebsart für QRP-Freunde oder Antennengeschädigte.

Durch die technische Umsetzung und die physikalischen Gegebenheiten sind Signale mit einem Signal-Rausch-Abstand von bis hin zu 3 dB decodierbar – also dort, wo das menschliche Ohr kaum noch was wahrnimmt, decodieren wir fleißig noch unseren QSO-Partner.

Durch die intensive Nutzung von DSPs in den Soundkarten der PCs ist kaum externe Hardware erforderlich. Häufig genügt ein einfaches Interface-Kabel, um den Transceiver an den Computer anzubinden.

Welche Software gibt es, mit der man PSK31 machen kann?

Es gibt eine Vielzahl an Programmen, die PSK31-Betrieb unterstützen. Exemplarisch möchte ich hier mal MMVari, MMTty, TrueTTY und MixW nennen, die man größtenteils kostenlos aus dem Internet downloaden und nutzen kann. Wer eine etwas ausführlichere Liste sucht, dem sei die “Offizielle” PSK31-Homepage ans Herz gelegt.

Ich hoffe, ich konnte mit diesem Beitrag Interesse für diese Betriebsart wecken. Sollten noch Fragen offen sein, solltet ihr nicht zögern, und einen Kommentar loswerden.

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